English Cocker Spaniel - DNA-Test für PRA
Für English Cocker Spaniel (ECS) bietet die Firma Optigen schon seit vielen Jahren einen indirekten Test für die Augenerkrankung PRA an. Wir haben im Heft 6/2000 darüber berichtet. Seit Anfang 2003 bietet diese Firma einen verbesserten Test an. Einige Züchter haben bereits ihre Hunde untersuchen lassen. Wir geben hier eine Übersetzung der Pressemitteilung. Die Ergebnisse des früheren Tests wurden wie folgt publiziert: A (frei, normal), B (Träger des kranken Allels) und C (behaftet, krank), jetzt verwendet man A1, B1 und C1.

Pressenotiz: Verbesserter ECS test, wie er seit dem 15. Januar angeboten wird
Wir freuen uns sehr ankündigen zu können, dass für den English Cocker ein verbesserter Markertest fertiggestellt werden konnte. Vielen Dank an die Besitzer von ECS, die durch die Bereitstellung der Augenuntersuchungen ihrer Hunde an diesem Forschungserfolg beteiligt waren. Obschon dieser neue Test zum früheren Verfahren eine wesentliche Verbesserung darstellt, ist er noch nicht der direkte Test für die Mutation, an dem wir alle arbeiten.

Wie Sie wissen, konnte der erste Test für prcd-PRA beim ECS falsche Allele (falsch positive Ergebnisse) für die Ergebnisse B und C  beinhalten. Entwicklungen, die noch fortgeführt werden, des Baker Instituts der Cornell Universität zielen auf das Isolieren des wirklichen Gens und Mutation, die prcd-PRA verursachen. Als Teilergebnis dieser laufenden Entwicklung entdeckten sie neue DNA-Marker für prcd-PRA. Einige dieser Markertest verbessern zu können. Früher haben solche Erfolge schon zu einer erheblichen Verbesserung der prcd-PRA Tests bei anderen Hunderassen geführt. 

Erfolg mit einem neuen Marker für ECS
Ein Marker insbesondere gibt sehr zuverlässige Information zu prcd-PRA beim ECS. Dieser Marker wurde zunächst vom Baker Institut aufgrund der vorliegenden Proben von ECS, darunter einige bekannte PRA-behafteten Hunde, untersucht. Als die Untersuchung Erfolg zu versprechen schien, hat Optigen den neuen Marker weiter untersucht. Die Übernahme des neuen Markers wurde aufgrund von Testergebnissen mit 166 Hunden mit einem Ergebnis C (nach dem früheren Markertest), verknüpft mit den Ergebnissen ihrer Augenuntersuchungen, vorgenommen.

Eine Gruppe von 24 an PRA erkrankten ECS wurde mit dem verbesserten Markertest ausgewertet, alle bekamen das Ergebnis C1. (A1, B1 und C1 zeigen die Ergebnisse des verbesserten Test an). Es gibt keine ECS, die bei Optigen als PRA behaftet bekannt sind, die nicht als C1 getestet wurden.

Eine weitere Gruppe von 65 Hunde mit Ergebnis C blieben in der Risikogruppe C1, auch mit dem verbesserten Test. Einige dieser C1-Hunde sind noch keine 4 Jahre alt, normal gesehen zu jung um PRA diagnostizieren zu können. Andererseits, einige dieser C1 Hunde sind zwischen 4 und 12 Jahre alt und zeigen noch keinen Befund PRA. Dazu gibt es zwei mögliche Erklärungen: 

1. Einige falsche Allele werden auch vom verbesserten Test angezeigt, weitere Forschung bleibt notwendig. Nicht erkrankte C1-Hunde sollen jährlich untersucht werden, wie gehabt, wobei die Berichte Optigen zur Verfügung gestellt werden sollen. 
2. Die Altersgrenze, bei den ECS erkrankten liegt viel höher als bei anderen Hunderassen. Es gibt ECS, die erst mit 12 Jahren an PRA erkranken. C1-Hunde, die jetzt bei der Augenuntersuchung nicht auffallen, können später auch die Diagnose bekommen.
Die restlichen 77 ECS , die früher mit Befund C abgeschnitten haben, haben das Ergebnis B1 oder A1 bekommen. Keiner dieser Hunde ist bis jetzt erkrankt. Ähnlich, über 60 Hunde, die früher als B getestet wurden, bekamen mit dem verbesserten Test A1.
Anpassung der Einteilung der Ergebnisse
Anwendung des verbesserten Test auf alle Proben von ECS, die bei Optigen getestet waren, zeigt, dass die Anzahl der Ergebnisse A1 mit 33% zunahm, die Anzahl der Guppe B1 etwa gleich blieb und die Anzahl C1 mit 50% abnahm. Diese Trends wurden aufgrund der Erfahrungen der Züchter erwartet, der neue Test bestätigt diese Erwartung.

Die Ergebnisse der von Optigen während der Entwicklung getesteten ECS sind wie folgt aufgeteilt:
                                         A             B             C
Früherer Markertest           29%         45%         26%

                                         A1           B1         C1
Verbesserter Markertest     40%         46%     14%

Gute und schlechte Nachrichten
Es gibt einen wichtigen Unterschied zwischen dem früheren Test für ECS und dem verbesserten. Der frühere Markertest war mit großer Wahrscheinlichkeit für das Ergebnis A zu 100% sicher, dagegen hatte er einen unakzeptablen Anteil an falsch positiven Ergebnissen geliefert. Dies wird nicht mehr der Fall sein, das Anzeigen von "falsch positiven Allelen“ hat erheblich abgenommen.

Jedoch, es gibt eine Möglichkeit der Rekombination (siehe Fußnote) zwischen dem neuen Marker und dem prcd-Gen. Eine solche Rekombination liefert eine geringe, jedoch messbare Quelle von Fehlern zu jedem Ergebnis (A1, B1 und C1). Diese Information ist neu. Bis jetzt wurden keine Rekombinationsereignisse zwischen prcd-PRA und den Markern, die für den verbesserten Test verwendet werden, entdeckt. Jedoch, die Möglichkeit einer solchen Rekombination ist gegeben, und obschon die Ereignisse selten sind, diese neue Information sollte bei der Auswertung aller Ergebnisse so sorgfältig wie möglich berücksichtigt werden. Eine vorsichtige Interpretation als Leitlinie zu nehmen, bietet keine 100% Sicherheit für alle Ergebnisse. Das theoretische Risiko der Rekombination gilt für alle Hunde, die getestet werden, entweder nach dem früheren Test oder dem verbesserten..

Eine Grundmenge an Restfehler bleibt
Wie in der Tabelle am Schluss dieses Artikels dargestellt, enthält der verbesserte Test eine kleine Möglichkeit von Fehlern zu jedem Testergebnis, bei konservativer, das heißt vorsichtiger Betrachtungsweise. A1-Hunde sind statistisch gesehen frei und es ist nicht zu erwarten, dass sie die Erkrankung bekommen werden oder sie an ihren Nachwuchs weitergeben. Kein bekannter A1-Hund ist an prcd-PRA erkrankt oder hat prcd-PRA behafteten Nachwuchs produziert und kein bekannter an prcd-PRA erkrankter Hund ist mit A1 getestet worden. Jedoch es gibt eine geringe theoretische Wahrscheinlichkeit, dass ein A1-Hund ein falsches NEGATIVES Ergebnis haben kann und somit ein Träger (Risiko kleiner 0,5%) oder gar behaftet (Risiko kleiner 0,0025%) ist. Bis jetzt (Januar 2003) sind falsche negative Ergebnisse mit dem laufenden Test nicht aufgetreten. Wichtig für die Zucht: A1-Hunde können mit jedem anderen Hund verpaart werden und werden mit einer Sicherheit von 99,5% keine Welpen produzieren, die eine prcd-Ausprägung von PRA haben.

Bei B1-Hunden ist nicht zu erwarten, dass sie an prcd-PRA erkranken und sie sind als Träger von PRA anzusehen. Es gibt eine geringe Wahrscheinlichkeit (Risiko kleiner 0,5%) eines falsch NEGATIVEN Ergebnisses, dass dieser Hund statt zu einemTräger zu einem behafteten machen würde. Zusätzlich gibt es aufgrund einer Rekombination der Marker mit dem prcd-Gen eine ähnliche Wahrscheinlichkeit (Risiko kleiner 0,5%) eines falsch POSITIVEN Ergebnisses, wodurch der Hund genetisch normal sein würde. Bis jetzt ist keine dieser Möglichkeiten vorgefunden worden. Zusätzliche falsch POSITIVE Fälle aufgrund einer falschen Allele können nicht endgültig geklärt werden, solange es keinen Mutationstest gibt, der die Mutation für das prcd-Gen direkt anzeigt. Bis dahin ist die meistkonservative Auslegung des Ergebnisses zu empfehlen und sind die B1-Hunde als Träger zu berücksichtigen. Wichtig für die Zucht: B1-Hunde sind mit großer Wahrscheinlichkeit (möglicherweise sogar zu 99%) als Träger von prcd-PRA und mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit als behaftet anzusehen. Sie sollten nur mit A1-Hunden verpaart werden, um das Risiko von behafteten Welpen zu reduzieren. 

C1-Hunde sind homozygot für die prcd-PRA Marker und haben ein hohes Risiko, an PRA zu erkranken. Es gibt eine kleine theoretische Wahrscheinlichkeit, kleiner 0,5%, eines falschen POSITIVEN Ergebnisses, wegen einer Rekombination der Marker mit dem prcd-Gen, was bedeutet, dass ein C1-Hund ein Träger und mit einer noch geringeren Wahrscheinlichkeit, weniger 0,0025%, sogar normal (frei) sein könnte. Bis jetzt konnten beim laufenden Test keine falschen positiven Ergebnisse aufgrund von Rekombinationen beobachtet werden. Zusätzliche falsche POSITIVE Fälle aufgrund einer falschen Allele können nicht endgültig geklärt werden, solange es keinen Mutationstest gibt, der die Mutation für das prcd-Gen direkt anzeigt. Bis dahin ist es geboten, die meist konservative Auslegung des Ergebnisses zu empfehlen, nämlich dass C1-Hunde an PRA erkranken werden, falls sie lange genug leben. Fälle von extrem spätem Auftreten von PRA sind vielfach dokumentiert worden, das deutet an, dass einige C1-Hunde möglicherweise während ihres Lebens nicht an PRA erkranken werden. Wichtig für die Zucht: C1-Hunde sollten nur mit A1-Hunden verpaart werden um die Wahrscheinlichkeit behafteter Welpen stark zu reduzieren.

Grenzen aller genetischen Tests
Es gibt bestimmte Grenzen für jeden einzelnen und für alle DNA genetischen Tests: sowohl ein Test basierend auf der Mutation als auch einer basierend auf Marker, er identifiziert nur die spezifische Mutation, die getestet wird, oder die Verbindung zwischen einem bestimmten Marker und der Erkrankung. Zum Beispiel, ein Mutationstest wird nur eine bestimmte Mutation des Gens anzeigen. Falls es mehrere unterschiedliche Mutationen oder mehrere unterschiedliche Genen gibt, die die gleiche Wirkung  verursachen, dann muss man für jede Mutation und für jedes Gen einen Test entwickeln und anwenden. Ebenso für Marker. Es kann schwierig oder sogar unmöglich sein zu wissen, wie viele Mutationen oder wie viele Markerkombinationen es in allen Tieren einer bestimmten Rasse gibt. Da mehr und mehr Hunde getestet werden, werden früher unbekannte Variationen ans Tageslicht kommen. 
Auch ist zu bedenken, dass nicht alle Erkrankungen der Retina PRA bedeuten und nicht alle PRA die prcd  Ausprägung von PRA ist. Eine genaue Diagnose ist erforderlich. Ein Hund kann das Ergebnis A1 oder B1 bekommen und doch an einer anderen Erkrankung der Retina leiden. Obschon andere Typen von Retina-Erkrankungen beim ECS vorkommen, die weitaus häufigste ist prcd. Auch wenn die einzige PRA-Erkrankung, die für ECS vollständig definiert und beschrieben worden ist, die prcd-Ausprägung ist, sind wir daran interessiert über andere Retina-Erkrankungen informiert zu werden.

Fußnote
Rekombination von Markern und dem prcd-Gen kann auf 2 Wegen zu Stande kommen.

1. Die Wahrscheinlichkeit ist annähernd 1 zu 200, dass ein solches Ereignis zum ersten Male während der Meiosis (Bildung der Eizelle oder des Spermiens im Elternteil) geschehen könnte. In der Wissenschaft wird dies als Rekombination bezeichnet. Falls dieser Elternteil ein prcd-Träger (heterozy-got) ist, würde das Resultat sein, dass der Satz mit normalen Markern das Gen bleibt verborgen. Also, der A1- oder B1-Hund mit einem Elternteil, der Träger ist, hat eine Chance von 1 auf 200 ein neu rekombiniertes Chromosom von einem Trägerelternteil zu vererben. Falls eine Rekombination, die in einem homozygoten Elternteil, entweder normal oder behaftet, auftreten würde, würde sie keine Folgen haben. Bis jetzt ist eine Rekombination zwischen Marker und prcd-Gen einmal bei der Rasse Toller und einmal in einem Bestand mit Mischrassen vorgefunden worden.

2. Ein Hund könnte ein falsch negativer A1- oder B1-Hund sein, falls eine Rekombination in der Vergangenheit stattgefunden hat und das rekombinierte Chromosom nachfolgenden Generationen übertragen worden ist und sich somit ein kleiner Bestand mit falsch negativen Chromosomen gebildet  hat. Obschon theoretisch möglich, ist dies nicht sehr wahrscheinlich. Falls schon falsch negative Hunde existieren würden, prcd-PRA behaftete A1- oder B1-Hunde würden Optigen gemeldet worden sein. So weit gibt es keinen ECS, der dieser Beschreibung entspricht. Zur Zeit sind zwei mögliche Vorfälle in den 7 Rassen, die auf prcd-PRA getestet werden, bekannt geworden: eine Labrador Retriever Linie aus Europa und eine kleine Untermenge einer anderen Rasse in den USA. 

Ende des beschreibenden Teils der Pressemitteilung. Der neue Test kostet – wie der frühere Test - $ 260,--. Formulare sind über das Internet zu besorgen.