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 Letzte Aktualisierung
   29 März, 2012

Heuer bei Sonnenschein
(Herbstwanderung der Bezirksgruppe Mannheim am 10. Oktober 2010

Anders als im letzten Jahr trafen wir uns diesmal bei strahlendem Sonnenschein am Dürkheimer Fass, um die 2009 fast ins Regenwasser gefallene Herbstwanderung nachzuholen. Die Mannheimer Gruppe wurde durch eine Delegation aus Hessen (Bezirksgruppe Frankfurt) unter der Leitung von Herrn Meßmer verstärkt. Von der Landesgruppe Baden-Württemberg waren zwei Damen aus Stuttgart angereist. So fand sich also eine stattliche Anzahl von wanderlustigen Vier- und Zweibeinern zusammen. War das eine Begrüßung!
Bis ich jeden meiner Kolleginnen und Kollegen beschnüffelt hatte, war mir ganz schwindelig.

Wandertruppe

Vor der Abfahrt zum Forsthaus Lindemannsruhe, dem Ausgangs- und Endpunkt unserer Wanderung, verteilte mein Frauchen an kastaniensammelwütige Wandergesellinnen und -gesellen kleine Sammeltaschen und los ging die Fahrt.
Da mir die Wandergegend rund um den Peterskopf durch ausgedehnte Streifzüge mit meinem Herrchen gut bekannt ist, übernahm ich gleich die Führung. Die wagemutigsten Spanielkolleginnen und – kollegen schlossen sich mir an und wir stürmten zunächst aufwärts in Richtung Bismarckturm.

Die Wandergruppe folgte uns in gemäßigtem Tempo. Vom Turm aus führte ich die Gruppe stetig abwärts in Richtung Weilach. Der Weg war für uns Hunde besonders ideal. Ohne lästigen Leinenzwang konnten wir uns den Wald erschnuppern und kleine Extratouren einlegen. Mein Freund Cäsar wurde zeitweise sogar gesucht. Dabei hatte er lediglich, allerdings sehr zur Verwunderung seines Frauchens und Herrchens, einen Ausflug vom Gruppenende zur Gruppenspitze gewagt. Der Weg verlangte von den Zweibeinern schon Aufmerksamkeit, denn Wurzeln und Steine machten den Abstieg „abwechslungsreich“. Der Waldboden war aber auch „nahrhaft“. Die Kastaniensammler kamen voll auf ihre Kosten. Harry, ein eifriger Sammler, verlor beim Sammeln sogar seinen Autoschlüssel. Das merkte er aber erst später, als er nach Hause fahren wollte.

Wohlbehalten kamen Hunde und Menschen nach einer knappen Stunde an der Pfälzerwaldhütte Weilach an.

Kastanien_Deko

Die Hütte ist bewirtschaftet und verfügt über ein großes Feigenlände. Man sitzt dort direkt unter Kastanienbäumen. Viele andere Wanderer rasteten bereits dort und warfen bewundernde Blicke auf die große Spanielschar. Vor allem fiel unsere vorbildliche Disziplin positiv auf. Ja, Spaniels wissen sich zu benehmen! Wir fanden alle einen Platz und Hunde sowie Menschen labten sich an den verschiedensten Getränken. Für uns Vierbeiner gab es Wasser. Was unsere Begleiter zu sich nahmen, weiß ich nicht. Nur eines habe ich erschnüffelt: Zwiebelkuchen! Dazu gab es sicher neuen Wein – wir sind ja hier in der Pfalz. Herrchen wies die Gruppe auf die Gefahr herabfallender Kastanien hin und war später selbst Opfer einer solchen.

Ein großes Exemplar bohrte sich beim Sturz in den Rand seines Schoppenglases wie eine Cocktailkirsche. Das Foto von dieser Garnitur erheiterte später die ganze Gruppe.

Nach der Rast teilte sich die Wandergruppe. Die „Bequemen“ zogen es vor, mit dem Bus zurück zur Lindemannsruhe zu fahren.
Die „Agilen“ wanderten auf wenig anstrengenden, aber aufwärts führenden Wegen zurück zum Ausgangspunkt.
Ich gehörte natürlich zu den „Agilen“. Kurz vor dem Ende unserer Wanderung führte ich meine Spanielgruppe zum Gayersbrunnen und lud sie zu einem Umtrunk mit frischem Pfälzer Quellwasser ein.
Brunnen

Hubertusklause

So gestärkt erreichten wir die Hubertusklause, welche die Bezirksgruppe Mannheim wieder gemietet hatte.

Dort erwartete uns neben einer Kartoffelsuppe und einem Pfälzer Buffet eine recht fröhliche Schar „bequemer Busfahrer“.
Sie hatten allen Grund zur Freude: Der Busfahrer, wohl überwältigt von der großen Schar schöner und disziplinierter Spaniels, hat die ganze Gruppe (Menschen und Hunde) „fer umme“ (umsonst) mitfahren lassen.
Toll – echt pfälzisch eben!

Nachdem wir Hunde unsere Mahlzeit zu uns genommen hatten, legten wir uns schlafen.
Die Menschen haben in froher Runde weiter getagt. Bei Kaffee und Kuchen erläuterte mein Herrchen in Mundart die fatale innerkörperliche Wirkung des Zusammentreffens von neuem Wein und Zwiebelkuchen. Herr Meßmer sprach für die Gäste und bedankte sich für den schönen Tag und die Gastfreundschaft der Mannheimer. Herrchen und Frauchen bekamen von ihm als Dank für ihre Organisationsarbeit ein Mittel gegen Magengrimmen, obwohl sie gar keinen neunen Wein getrunken hatten.

So verging bei munterer Unterhaltung schnell die Zeit und nach und nach machten sich die von weiter angereisten Gäste auf den Heimweg. So auch Harry. Doch da merkte er, dass er seinen Autoschlüssel wohl beim Kastaniensammeln verloren hatte. Fritz war der Retter in der Not und fuhr mit Harry nach Mannheim, um den Ersatzschlüssel zu holen . Kurz nach dieser Vermisstenmeldung suchte Gisela ebenfalls ihren Autoschlüssel. Doch sie hatte doppeltes Glück. Der Schlüssel war beim Wirt abgegeben worden und auf ihrem Autodach fand sie ein gut verpacktes, von ihr nicht bestelltes, Kuchenpaket.
Ich glaube, es hat allen gut gefallen. Meine Spielkolleginnen und -kollegen haben mir das jedenfalls so signalisiert.
Also. Ein toller Tag für Menschen und Hunde – und ich war dabei.

Tschüs
Euer Oscar

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