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 Letzte Aktualisierung
   29 März, 2012

10. Bezirkszuchtschau Mannheim am 10. Mai 2009
- Erfahrungsbericht eines Betroffenen –

Die Bezirksgruppe Mannheim, die bereits dreißig Jahre besteht richtete Anfang Mai Ihre zehnte Bezirkszuchtschau auf dem Gelände des Süddeutschen Schutz- und Polizeihundevereins Mannheim aus. Insgesamt wurden 30 Spaniels vorgestellt, die teilweise weit angereist waren. Darunter befanden sich English Cocker Spaniels, English Springer Spaniels, eine American Cocker Spaniel Hündin und eine Clumber Spaniel Hündin.
Auf Wunsch meines Herrchens und Frauchens Henner und Christl Leiber nahm ich, Jim Knopf vom Hohenzollernblick, genannt Oscar, zum ersten Mal in meinem knapp zweijährigen Hundeleben an einer Bezirkszuchtschau teil. Ich selbst habe diese Veranstaltung allerdings eher als eine Schönheitskonkurrenz im Stile der Miss- oder Mister- Germany -Wahlen erlebt. Die umfangreichen Vorbereitungen hierfür begannen für mich bereits gut zwei Wochen vor der eigentlichen Veranstaltung mit einem Besuch in meinem Geburtshaus in Bildechingen bei Horb/Neckar zwecks der Verschönerung meines Haarkleides durch meine Züchterin Frau Heidi Ijewski. Fortgesetzt wurde meine Schönheitsbehandlung mit intensivem Kämmen und Bürsten durch mein Herrchen und besonderes Achten auf meine Figur bis zum Stichtag. Die Bemühungen meines Herrchens um mich gipfelten in einem meinerseits unfreiwilligen wohlriechenden Bad – allerdings nur für menschliche Riechorgane. Ich selbst bevorzuge eher gesunde Schlammbäder in natürlichen Gewässern, die mir einen gewissen Trottoir-Paté –Duft verleihen. Selbst mein von mir wie einen Augapfel gehüteter und von Nichtexperten bewunderter Schnurrbart fiel der Ausstellung zum Opfer!
Dann war es endlich soweit. Am Sonntag, den 10. Mai 09 um 11 Uhr eröffnete bei herrlichem Sonnenschein unsere BG-Sprecherin und Ausstellungsleiterin Frau Silvia Dietz die Veranstaltung mit der Begrüßung der menschlichen und tierischen Teilnehmer und Gäste sowie der Vorstellung von Frau Sonja Junge, Zuchtrichterin für diese Bezirkszuchtschau.

Alle an der Konkurrenz teilnehmenden Vierbeiner samt der sie präsentierenden Zweibeiner erhielten natürlich auch eine Startnummer, wie es sich für eine solche Veranstaltung gebührt. Mein Herrchen bekam die Nummer 23, was bedeutete, dass wir bis zur Vorstellung meinerseits eine längere Wartezeit vor uns hatten. Den Anfang machten meine männlichen Artgenossen, deren Zuchttauglichkeit festgestellt werden sollte. Vor Betreten des „Laufsteges“ (Laufring) fand, ähnlich wie bei nationalen und internationalen Eiskunstlaufmeisterschaften, für die nächsten tierischen und menschlichen Teilnehmer und Teilnehmerinnen ein Einlaufen statt.

 Nach den vorgestellten „Herren“ (Rüden) folgten die angemeldeten „Damen“ (Hündinnen) zur Feststellung ihrer Zuchttauglichkeit. Die Beurteilung durch die Richterin Frau Junge erfolgte in Form von wunderbar klangvollen Beschreibungen. Ich möchte an dieser Stelle nur einige exemplarisch herausgreifen. Für die männlichen Bewerber etwa: „vorzüglicher Vertreter seiner Rasse, eleganter Typ, kompakt im Gebäude, maskuline Ausprägung, quadratischer Körper, gutes Rutenspiel“ usw.. Die Bewerberinnen um die Zuchttauglichkeit ernteten Beschreibungen wie: „eleganter oder vorzüglicher Typ, femininer Kopf, hervorragendes, seidiges Haar, großer Gebäudeaufbau, bestens ausgeformter Brustkorb, fest anliegende Lider, sehr gute Winkelungen, harmonisch aufgebaut“ usw..
Im zweiten Teil der Schau, die der Formwerterteilung der hierfür gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber diente, durfte nun auch ich mit meinem Herrchen die „Bretter, die die Welt bedeuten“, betreten. Unser beider Lampenfieber versuchten wir in Grenzen zu halten und souverän zu wirken. Kurz erwähnt sei noch, dass auf mein Anraten hin auch mein Herrchen sein Haarkleid für unseren gemeinsamen öffentlichen Auftritt leicht gestylt hatte. Nach einem ersten hüfteschwingenden Lauf im Ring ließ ich meine körperlichen (Traum-) Gardemaße unter den kritisch kompetenten, aber doch freundlich liebevollen Blicken und zärtlich zugreifenden Händen der Zuchtrichterin Frau Junge ermitteln. Ihrem prüfenden Blick entgingen auch kleinste Fehler nicht. Aber, was soll’s: no body is perfect. Ich jedenfalls und mein Herrchen waren mit unserer gemeinsamen Bewertung voll zufrieden und haben anschließend erleichtert in entspannter Atmosphäre auf unseren Erfolg angestoßen. (Herrchen mit einem Bier, ich mit quellfrischem Wasser).
Nicht verhehlen möchte ich, dass unsere menschlichen Begleiterinnen und Begleiter natürlich nicht umhin konnten, sich der Völlerei hinzugeben. Mit viel Genuss verzehrten sie die angebotenen Speisen und gekühlten Getränke. Besonderen Anklang fand dabei das umfangreiche herrliche Kuchenbuffet mit den von unseren menschlichen Klubmitgliedern selbst gebackenen Kuchen und Torten.
Nach allgemeinem Plausch miteinander und gemeinsamem Aufräumen ging schließlich am Spätnachmittag ein für Mensch und Tier ereignisreicher, harmonischer Tag zu Ende, über den auch der Mannheimer Morgen in seiner Ausgabe vom 12. Mai 09 unter dem Titel „Spaniels machen gute Figur“ positiv berichtete. Mein herzlicher Dank gilt allen, die an der Organisation im Vorfeld und am Veranstaltungstag mitgewirkt haben. Besonders danke ich der kompetenten, liebevollen und ausdauernden Zuchtrichterin Frau Junge. Ich werde mich noch lange an die „zärtliche Untersuchung“ meines Gebäudes erinnern.

Euer Oscar Leiber

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